Ute & Purzel
Als Kind durfte ich keinen Hund haben – doch zum Glück war Purzel da… Und Gustel – ein großer, schwarzer Schäferhund.
Wenn es, wie von Konrad Lorenz, dem Vater der modernen Verhaltensbiologie entdeckt, eine frühkindliche Prägung gibt, war es Gustel, der bewirkte, dass ich überhaupt noch nie Angst vor Hunden hatte.
Später kam Tudor, der schwarze Vollbluthengst dazu, der mir zeigte, dass ich als junges Mädchen kein Lehrbuch benötigte, um diesen angsterfüllten Vollbluthengst in die Ruhe zu führen.
In den Ferien sah es ähnlich aus: Irgendwo war stets ein Straßenhund, den ich mit dem, was das Buffet so hergab, versorgte. Bis ich – endlich erwachsen – einen davon mitnahm: Julio lebte 5 Jahre an einer rostigen Eisenkette, bis ich den verlausten, haar- und zahnlosen Ratonero-Rüden adoptierte.
Als spanische Variante des Jack-Russel-Terriers entpuppte sich der Rüde nicht gerade als Anfängerhund. Er war meine erste hündische Herausforderung – der kleine Haudegen wurde 19 Jahre alt und lehrte mich den Umgang mit der Sorte von Hunden, die generell zum Größenwahn neigen.
Später adoptierte ich zwei Vierbeinerinnen aus Rumänien und entschloss mich, aus meiner Passion für verhaltenskreative Hunde meine Berufung werden zu lassen.
Mit Tapi zog schließlich ein Angsthund zu uns, der selbst vor einem Yorkshire-Terrier die Flucht ergriff. In Sachen Gelassenheit ist er noch nicht der Coolste, aber bei Begegnungen mit Hündinnen macht er sich bereits.
Ausbildung
Um möglichst nah bei der Sache zu sein, absolvierte ich mehrere Praktika in der berühmt-berüchtigten Hellhound Foundation: Der einzigartigen Stiftung, die Hunde resozialisiert, die ansonsten eingeschläfert worden wären. Allen Warnungen zum Trotz war die Zeit in dieser Intensivstation der Verhaltensauffälligkeiten, die beste und lehrreichste für meine Laufbahn als Hundetrainerin.
Um die theoretischen und wissenschaftlichen Hintergründe zum Hund zu vertiefen, absolvierte ich bei CANIS die Hundetrainer-Ausbildung, die ich – Dickkopf sei Dank – nach zwei Jahren abbrach. Anschließend bereitete ich mich selbstständig auf die Hundetrainerprüfungen bei der Tierärztekammer vor und erhielt die bundesweite Zertifizierung.
Darüber hinaus absolvierte ich eine Zusatzausbildung als Hunde-Verhaltenstherapeutin bei der Akademie für tiertherapeutische Berufe.
Meine Zertifikate können Sie hier einsehen:
- qualifizierter Hundeerzieher und Hundeverhaltensberater (Zertifikat der Tierärztekammer Schleswig-Holstein)
- Hundeverhaltenstherapeut (Zertifikat der Akademie für tiertherapeutische Berufe, Friedrichsdorf)
- Kynologische Weiterbildung
Wenn die Könige gehen, kommen die Göttinnen!
Ich hatte das wahnsinnige Glück, bei der Caniden-Forscherin, der Tierärztin und Biologin Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, meine Hundetrainer-Zertifizierung bei der Tierärztekammer in Schleswig-Holstein absolvieren zu können.
Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen die leider 2023 verstarb, war Deutschlands wohl herausragendste Verhaltenswissenschaftlerin mit dem Forschungsschwerpunkt Verhalten von Tieren aus der Familie der Hunde. Daneben war sie auch Fachtierärztin für Verhaltenskunde mit der Zusatzbezeichnung Tierschutzkunde. Ihre Forschungser-gebnisse zum Ausdrucksverhalten der Hunde wurden weltweit publiziert.